Rolândia: Geschichte, Namen und Symbol

Gegründet wurde die Stadt Rolândia von der Companhia de Terras Norte do Paraná, Tochterfirma der englischen Paraná Plantation. Sie wurde unter anderen von Deutschen, Japanern, Italienern, Spaniern, Portugiesen, Libanesen, Ungarn, Schweitzern, Polen und Österreichern besiedelt.
1930 hat die Geschichte der Koloniesierung durch die Companhia para Estudos Econômicos Além-mar unter der Leitung von Herrn Doktor Erich Koch-Weser begonnen. Diese lud Herrn Oswald Nixdorf ein um mit der Paraná Plantation ein geeignetes Land zu erforschen um dort eine neue deutsche Kolonie zu gründen. Herrn Nixdorf wurde die Betreuung der deutschen Einwanderer aufgetragen.
Roland
imgs/Bremer Marktplatz
Bedingt durch den ersten Weltkrieg hatten viele Einwohner Zweifel an der Zukunftssicherheit ihrer neuen Heimat. Viele der Einwanderer waren Kinder von deutschen Bauern und auch einige Gelehrte. Viele von ihnen wandten sich hauptsächlich nach Norden im Bundesland Paraná, wo viele Vergünstigungen durch die Companhia de Terras Norte do Paraná geboten wurden. Beispielsweise wurde oftmals in Deutschland gekauftes Eisenbahnmaterial gegen ein Stück Land der Roterde eingetauscht welches als sehr fruchtbar galt. Dies geschah hauptsächlich, weil die Auswanderer nur noch 10 RM statt 10.000 RM mitnehmen durften.
Schritt für Schritt wurden Glebas - große Flächen die für die Landbebauung geeignet waren - gegründet. Eine von diesen Glebas bekam den Namen "Gleba Roland" zu Ehren des Soldaten Roland der zur Zeit Karl des Großen für Freiheit und Recht gekämpft hatte. Dieser Soldat hat im Jahre 778 n. Chr. sein Leben in den Pyrenäen im Kampf gegen die Araber verloren. Eine Sage erzählt davon, dass es einen Grafen namens Rotlan und einen Markgraf namens Hruandlous - der in der Stadt Bretagne in Frankreich lebte - gab. Vermutlich handelte es sich um ein und dieselbe Person. Die Legende besagt weiterhin, dass er ein Held und Neffe Karl des Großen war. Man geht davon aus, das die Kleidung im Mittelalter eine große Bedeutung hatte. Er lebte mit Rüstung, Mantel und Gürtel mit großer Schnalle.
Bremer Marktplatz: estátua Roland, antes da restauração

Escudo de Roland
Roland trug Gold und bunter Pelze - ein Privileg, dass nur Mitgliedern des Stadtrates vorbehalten war. Sein Schwert war nicht nur Waffe oder Zubehör, nein das Schwert hatte einen viel größeren Wert. Es galt als Zeichen von Freiheit, Unabhängigkeit und Macht. Die Handschuhe symbolisierten die Macht des Königs über den Handel und die Unterstützung der Bevölkerung. Sie waren Symbol des freien Handels und somit wurden sie an bestimmte Personen verteilt, die in der Stadt freien Handel Treiben durften. Roland war damals einer dieser Auserwählten. Die große Gürtelschnalle mit den musizierenden Engeln und den Rosen ist ein Zeichen seines Martyriums.


Rolands Berühmtheit war der Stolz der Bremer (Bremen ist eine Stadt im Norden Deutschlands). Roland war außerdem Verteidiger Karl des Großen, welcher zu seiner Zeit der König mit den größten Ländereien war.1404 wurde sogar eine Statue zur Rühmung von Roland errichtet, welche noch Heute auf dem Bremer Marktplatz vor dem Rathaus steht. Außer in Bremen gibt es noch 26 andere Städte mit dem Denkmal Rolands als Symbol für Freiheit und Gerechtigkeit.
In der Mitte seines Schildes sind die Königlichen Wappen abgebildet. Das Symbol des Reichsadlers steht im Zusammenhang mit Karl dem Großen und man vermutet, dass es von den Bremern hinzugefügt wurde. Historiker sagen, dass die Statue in Bremen eine Besonderheit hat. Dort ist das Wappen der Mittelpunkt und darauf steht geschrieben:
Roland
imgs/Bremer Marktplatz
"Vryheit do.ik.yu.de karl und meniich vorst vorwar desser.stede.ghegheunen.hat. des.danket.gode.is my radt" Diese Wörter in Altdeutsch bedeuten: Ich bekunde die Freiheit die Karl und anderen Prinzen dieser Stadt gegeben haben. Und ich rate euch danket Gott dafür.
Weil von Bremen das erste Schiff mit Auswanderern nach Rolândia abfuhr, welche mit den Bremer Kaffeeröstereien in Verbindung standen, hat 1957 die Stadt Bremen einen verkleinerte Kopie dieser Statue Rolândia geschenkt. Die Estátua Roland, wie sie von den Einheimischen genannt wird, steht an der Haupteinfahrt der Stadt und ist ihr Wahrzeichen.
Bremer Marktplatz: estátua Roland, antes da restauração

Escudo de Roland
Baubeginn des ersten Gebäudes - dem Hotel Rolândia - war der 29. Juli 1934 und wird somit als Gründungstag der Stadt Rolândia angesehen, da zuvor nur einfache Hütten Schutz gewährt hatten.
Rolândia liegt 397 km nordwestlich der Landeshauptstadt Curitiba. Mit ihren 459 km² Fläche beherbergt sie circa 50.000 Einwohner und hat in dar Landwirtschaft ihre wichtigste Einnahmequelle. Weitere wichtige Einnahmequellen liegen im Handel und der Industrie (unter anderem Kaffeerösterei, Alkohol, Rohrzucker, Orangesanft, Leder).